

In der Regel werden die Jugendlichen im IAPRS über ein deutsches Fernschulsystem beschult.
Ist der Hauptschulabschluss angestrebt, werden die Jugendlichen mit dem Material der Flex-Fernschule unterrichtet, einer staatlich anerkannten Fernschule mit Sitz in Baden-Württemberg, mit der wir seit 2001 erfolgreich partnerschaftlich verbunden sind.
Dort nehmen die Jugendlichen nach erfolgreicher Bearbeitung des Materials an Externen-Prüfungen teil.
Werden andere Abschlüsse anvisiert, nutzen wir dementsprechend Material der Deutschen Fernschule Wetzlar und des ILS Hamburg.
|
Von
Anfang an lernen die Jugendlichen, einem strukturierten Tagesablauf
zu folgen. Die Mahlzeiten und ein fester Tages- und Nachtrhythmus bestimmen den Rahmen der Arbeitswoche. In der Regel sind die Vormittage durch die Schularbeit ausgefüllt. Die Nachmittage werden mit Gemeinschaftsarbeiten, Projekten verschiedenster Art und sinnvoller Freizeitgestaltung strukturiert. An den Wochenenden stehen gemeinsame Ausflüge, Entspannen und Familienleben auf dem Programm. |
Die
meisten unserer Betreuer sind Deutsche. Unsere Regelung folgt
dem Grundsatz, dass zumindest einer der Betreuer die Muttersprache
des Jugendlichen beherrschen muss. Seit Jahren betreuen für
uns auch gemischt-nationale Paare und können so oft den Horizont
der Jugendlichen erheblich erweitern. |
Ein
halbes Jahr vor der zu erwartenden Rückkehr des Jugendlichen
nach Deutschland beginnen wir, gemeinsam mit Jugendlichen, Eltern,
Kooperationspartnern und Sozialem Dienst an einer Perspektive
für die jungen Menschen zu arbeiten.
In der Regel folgt auf unsere Hilfe und den erreichten Hauptschulabschluss eine
weitere Massnahme der Jugendhilfe. Meist ist dies eine Wiedereingliederungs
maßnahme in Verbindung mit einer geeigneten Betreuungsform, die
den Jugendlichen
beim Eintritt in die Arbeitswelt und Verselbständigung begleitet.
|
Wenn uns eine Aufnahmeanfrage erreicht, können wir davon ausgehen, dass sozialraumnahe Hilfen in Deutschland den Jugendlichen nicht erreichen konnten.
Mit der räumlichen Distanz von 2500km zwischen Portugal und Deutschland, bekommt der Jugendliche die Möglichkeit, nach dem Motto Ganz weit weg-Ganz nah dran, sein Herkunftssystem und die Grenzen seiner Entwicklung aus einer Art „Sicherheitsabstand“ in Ruhe betrachten zu können und bestenfalls zu erkennen, an welchen Stellen er sich wie ändern kann und muss.
Gleichfalls ermöglicht die Fremde des Gastlandes, dass der Jugendliche wieder in einer neuen Qualität auf die Betreuer angewiesen ist. So wird erstmals wieder Erziehung möglich, da der Jugendliche sich den Betreuern viel weniger entziehen kann und wird, als zuletzt in Deutschland.
|